Dekarbonisierung ist untrennbar mit der Energiewende verbunden und soll die Klimaerwärmung sowie deren Auswirkungen auf die Erde bekämpfen. Investoren und Wirtschaft müssen umdenken. Unternehmen verfolgen neben ihrer legitimen Absicht, Gewinne zu erwirtschaften, häufig das Ziel, sich von ihren Konkurrenten abzugrenzen und in ihrem Markt eindeutig aufgestellt sein. Künftig wird es aber nicht ausreichen, besonders innovativ oder kundenorientiert zu sein. Sie werden mehr und mehr nach ihrem ökologischen Fußabdruck beurteilt werden. Das Pariser Klimaabkommen, das die Obergrenze der Erderwärmung auf 2 Grad festlegt als auch die zunehmende Sensibilisierung der Investoren für nachhaltige Themen erhöhen den Druck.

Im Portfoliomanagement ist „Dekarbonisierung“ Teil eines nachhaltigen und verantwortungsbewussten Investmentprozesses. Zunächst wird hierbei der CO2-Fußabdruck eines Anlageportfolios gemessen. Dazu berechnet man die CO2-Emissionen der Tätigkeiten und Produkte der Unternehmen, in die das Portfolio investiert ist. Danach wird dann das Engagement des Portfolios in Unternehmen mit den höchsten CO2-Emissionen reduziert und in Unternehmen, die Lösungen für die Energiewende liefern, verstärkt.

Um den völligen Ausschluss bestimmter Sektoren zu vermeiden, werden Anlagen in Unternehmen mit den geringsten Emissionen bevorzugt und Aktienbestände von Unternehmen mit sehr hohen Emissionen so weit wie möglich begrenzt. Durch diese „Dekarbonisierungsstrategie“ können Anleger stärker in Unternehmen investieren, die sich besonders um die Reduzierung ihrer CO2-Emissionen bemühen, und gleichzeitig Anreize für Unternehmen mit den höchsten Emissionen geschaffen werden, Maßnahmen zur Begrenzung ihrer Umweltauswirkungen zu ergreifen.

Bestärkt durch das Pariser Klimaabkommen, mit dem die Klimaerwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf 2°C begrenzt werden soll, interessieren sich immer mehr Anleger für die Strategie von Unternehmen in einer kohlenstoffarmen Welt. Immer drängender wird das Engagement der Aktionäre bei Unternehmen, die in hohem Maße den Risiken durch die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft ausgesetzt sind. Immer mehr Aktionärsverbände nutzen ihre Rechte, um kohlenstoffintensive Unternehmen, vor allem im Bereich fossiler Energien, zu einer Veränderung ihres Geschäftsmodells zu bewegen.

Als Symbol für die Klimaerwärmung stehen Erdölgesellschaften hierbei an erster Stelle. Im Jahr 2015 verlangten fast alle Aktionäre der beiden bedeutendsten Vertreter dieser Branche mehr Transparenz über die Auswirkungen des Kohlenstoffrisikos auf ihre Anlagen. Im Jahr 2017 wurde ein weiteres Branchenschwergewicht aufgefordert, die finanziellen Auswirkungen der Energiewende auf seine Aktivitäten zu bewerten.

Mehr als hundert Anleger weltweit mit einem Gesamtvermögen von über 10.000 Milliarden Dollar setzten sich 2015 dafür ein, den CO2-Fußabdruck ihrer Portfolios zu messen und zu veröffentlichen. Zwei einschlägige Initiativen formalisieren die diesbezüglichen Bemühungen der Anleger: der Montreal Carbon Pledge und die Portfolio Decarbonization Coalition, die von den Grundsätzen für verantwortungsbewusstes Investment (PRI) und der Finanz-Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI) ins Leben gerufen wurden.

Auch wenn es sich um eine globale Bewegung handelt, geht Frankreich noch einen Schritt weiter: Das Energiewendegesetz verlangt inzwischen von institutionellen Anlegern, Klimarisiken bei ihren Investments zu berücksichtigen, indem beispielsweise die Messung der Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit den gehaltenen Vermögenswerten und ihr Beitrag zum Kampf gegen die Klimaerwärmung und zur Förderung der Energiewende veröffentlicht werden. Für die „Dekarbonisierung“ der Portfolios besteht also Grund genug, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen.

Klimaschutz ist bereits seit mehr als 10 Jahren über ETF investierbar.

Der Low Carbon 100 Europe® Index wurde 2008 von der Euronext eingeführt und bildet die Wertentwicklung von 100 europäischen Großunternehmen mit der jeweils besten Bewertung in ihrem Sektor ab. Das Kapital fließt somit in die Unternehmen, die aktiv ihren CO2-Ausstoß reduzieren oder aber durch ihre Produkte und Dienstleistungen die Energiewende ermöglichen. Ausgeschlossen werden Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit unmittelbar mit fossilen Brennstoffen in Zusammenhang stehen. Dies betrifft sowohl die Suche nach fossilen Energieträgern, deren Gewinnung, Verarbeitung, Transport und Lagerung als auch die Erzeugung von Strom aus solchen Rohstoffen. Ebenso können Unternehmen, die kontroverse Waffen herstellen oder in den Sektoren Tabak und Verteidigung tätig sind, nicht im Index berücksichtigt werden. Schliesslich werden die Unternehmen darauf hin analysiert und selektiert, ob sie die United Nations Global Compact-Richtlinien beachten. Der  BNP Paribas Easy Low Carbon 100 Europe UCITS ETF (ISIN: LU1377382368) verwaltet aktuell 700 Millionen Euro, hat eine Gesamtkostenquote von 0,3 Prozent pro Jahr (jeweils Stichtag: 7.8.2019). Er bildet die Indexperformance durch eine vollständige physische Replikation ohne Wertpapierleihegeschäfte nach. Der Teilfonds gehört zu BNP Paribas Easy, einer SICAV nach luxemburgischem Recht in Übereinstimmung mit der Richtlinie 2009/65/EG. Das Analysehaus Morningstar bewertet den Fonds mit 5 Sternen in seiner höchsten Qualitätsstufe.