Der Devisenmarkt legt das Thema “Inflation” ad acta

Das Thema “Inflation” ist am Devisenmarkt sowas von out.

Klar, Fed Chair Jay Powell und seine Kollegen innerhalb der Fed und in vielen anderen Zentralbanken reden immer noch von der Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen (wenn auch nicht mehr in der wahnwitzigen Geschwindigkeit wie bisher) und scheinen sich weiterhin auf den Kampf gegen die hohen Preissteigerungen zu konzentrieren. Das ist sicherlich auch richtig so. Täten sie es nicht, wäre ihr Erfolg womöglich infrage gestellt.

Der Devisenmarkt (und die Finanzmärkte insgesamt) muss entsprechend seiner Mechanik aber einen Schritt weiter denken. Für die nicht mehr allzu ferne Zukunft scheint ein deutlicher Rückgang der Inflation mittlerweile so sicher zu sein, dass jetzt am Devisenmarkt die Zeit danach “gespielt wird”. Und die sieht nicht positiv aus. Weil die Inflation der Auslöser für die aggressive Fed-Politik war, die den Dollar 2022 an die Spitze der G10-Währungen katapultierte.

In den letzten Tagen gab’s besonders viel Anlass, USD-Stärke auszupreisen, weil nicht nur Powells insgesamt taubenhafte Rede vorgestern (meine Kollegin Esther berichtete gestern an dieser Stelle), sondern auch gestrige US-Daten in die Deflations-Kerbe schlugen: Der PCE-Deflator für Oktober fiel niedriger aus als erwartet. Nur leicht, aber die Überraschungskomponente in dieser Zahl ist eh gering.

Und sicher: Heute steht mit dem November-Arbeitsmarktbericht eine Zahl auf dem US-Datenkalender, die mal die wichtigste im Zyklus der monatlichen Datenveröffentlichungen war. Überrascht die Zahl nach oben, könnten die letzten USD-Bullen wieder Morgenluft riechen, weil dann die Lohninflation halt doch noch hoch zu sein scheint. Doch ist der Arbeitsmarkt halt typischerweise der Markt, an dem ein Wendepunkt in der Inflationsentwicklung als allerletztes zu beobachten ist. Daher wären die USD-Bären selbst bei einer positiven Überraschung heute nicht gezwungen, ihre Meinung zu ändern.

Ich muss zugeben: Mal wieder überrascht mich der Devisenmarkt bezüglich der Geschwindigkeit, mit der er zukünftige Entwicklungen antizipiert. Unsere 2023-Prognose der USD-Wechselkurse basiert auf der Annahme, dass der Markt schrittweise die Inflations-Angst auspreist. Das größte Risiko sehe ich eher darin, dass das viel schneller geschieht und dass unser EUR-USD-Zeil von 1,10 früher erreicht wird als von uns antizipiert.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
SQ2N9P Call EUR/USD Hebel: 13,3
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Ein geldpolitischer Fehler epischen Ausmaßes?

Während der Markt sich vom Inflations-Thema verabschiedet, mehren sich die Stimmen, die eine Abkehr der Bank von Japan (BoJ) von der ultra-expansiven Geldpolitik prognostizieren. Ich setze – wie treue Leser wissen mögen – seit langem darauf, dass das nicht erfolgt. Aber auch bei mir regen sich erste leise Zweifel.

  • BoJ-Ratsmitglied Naoko Tamura erklärte, es sei Zeit für eine Überarbeitung der BoJ-Strategie. Strategie-Überarbeitungen waren früher oft Anlass für einen Wechsel der Geldpolitik.
  • Asahi Noguchi, ein weiteres BoJ-Ratsmitglied, hält einen Politikwechsel in absehbarer Zukunft für möglich.

Das Timing ist aus Marktsicht natürlich mehr als unglücklich. Während Finanzmärkte weltweit die Inflation auspreisen (siehe oben), denkt die BoJ darüber nach, auf Inflationsbekämpfung umzuschalten. Käme es so, wäre es vielleicht ein weiterer Politikfehler epischen Ausmaßes, den Japans Geldpolitiker begehen. Wieder käme eine geldpolitische Straffung zur Unzeit.

Würde dann die Inflation wieder unter das langfristige BoJ-Ziel fallen, hätte die BoJ in der Retrospektive voreilig gestrafft. Wiedereinmal, wie schon so oft. Schon im letzten Jahrhundert haben Ökonomen ihr derartige Fehler vorgehalten.

Nennen Sie mich naiv, aber ich mag nicht ein Szenario zur Grundlage meiner Prognose machen, in dem die BoJ rein gar nichts aus der Vergangenheit gelernt hat. Aber ich muss zugeben, dass nicht auszuschließen ist, dass ich mal wieder zu naiv bin. In diesem Fall wäre weitaus mehr JPY-Stärke zu erwarten, als wir prognostizieren.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
SH6HJZ Call USD/JPY Hebel: 15,0
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CAD: Anhaltende Engpässe am Arbeitsmarkt?

Die gestrigen Daten zur Arbeitsproduktivität im dritten Quartal dürften der Bank of Canada (BoC) gefallen haben. Sie stieg um 0,6%, gleichzeitig fiel die Erhöhung der Stundenlöhne moderater aus, was beides dazu beitrug den Anstieg der Lohnstückkosten weiter zu verlangsamen auf 0,5%.

Heute erhält sie für ihren Zinsentscheid nächste Woche mit dem Arbeitsmarktbericht für November weitere wichtige Infos. Engpässe am Arbeitsmarkt und anziehende Inflationserwartungen sind nicht gerade ein Rezept für eine sich abschwächende Inflation. Daher dürfte der Markt aufmerksam verfolgen, in welche Richtung der Arbeitsmarkt driftet.

Bewegen sich die Daten heute im Rahmen der Erwartungen (Arbeitslosenquote 5,3%, Beschäftigung +10 Tsd.) sollte dies den Loonie nicht nennenswert beeindrucken. Der Markt scheint mit Blick auf die nächste Woche anstehende Sitzung der BoC eher mit einem kleineren Zinsschritt von 25 Basispunkten zu rechnen.

Hingegen scheinen die von Bloomberg befragten Analysten gespalten. Während die eine Hälfte ebenfalls erwartet, dass die BoC einen weiteren Gang herunterschaltet, erwartet die andere Hälfte, dass sie ihren Leitzins um weitere 50 Basispunkte erhöht.

Vor diesem Hintergrund könnte vor allem ein überraschend starker Arbeitsmarkt die Zinserwartungen wieder aufwärts treiben, was dem Loonie wohl Aufwind verschaffen würde.

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SQ5SQD Call USD/CAD Hebel: 16,0
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DAX-Tief erst im März 2023?

In der Vergangenheit markierte der DAX im März 2003, März 2009 und März 2020 jeweils Tiefpunkte infolge von Rezessionen. Zurzeit gibt es gemischte Signale: Ifo-Index, DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis und pessimistische Profi-Investoren sprechen für den Aktienkauf. Dagegen raten die immer restriktivere US-Geldpolitik und ambitionierte Gewinnmargen-Erwartungen, weiterhin abzuwarten. Der Bärenmarkt dürfte noch anhalten. Wiederholt sich also die Geschichte und Anleger sehen das DAX-Rezessionstief erneut im März?

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