Marktüberblick

Der Deutsche Aktienindex markierte zum Wochenbeginn seit dem Crash mit 12.913,13 Punkten ein neues Verlaufshoch und schloss via Xetra mit einem leichten Kursverlust von 0,22 Prozent bei 12.819,59 Punkten. Das Handelsvolumen via Xetra und Börse Frankfurt betrug rund 5,75 Milliarden Euro. Der EuroStoxx50 ging mit einem Minus von 0,53 Prozent und 3.366,29 Zählern aus dem Handel. Blicken wir hier nun einmal auf die Kursentwicklungen am US-Aktienmarkt. Sind diese ansatzweise noch als real zu bezeichnen oder entbehren sie jeglicher Vernunft und wirtschaftlicher jedweder Grundlage? An dieser Stelle sprachen wir bereits über das deutsche Konjunkturpaket mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro und das diese deutsche Konjunkturstütze gemäß der Berechnung der Deutschen Bank einen Wert von rund 3,8 Prozent des deutschen BIP hat. In den USA packte man im direkten Vergleich die wesentlich „Dickere Bertha“ aus, denn den Angaben des CBO (Congressional Budget Office) nach werden die bis dato lancierten vier Wirtschaftsprogramme das US-Defizit um 2,2 Billionen US-Dollar in 2020 und 0,6 Billionen US-Dollar in 2021 dramatisch erhöhen. Die US-Wirtschaftsprogramme entsprechen zum Beispiel allein etwa 11 Prozent des nominalen US-BIP in 2020, wie die Experten von S&P Global herausarbeiteten. Aufgrund der extrem hohen Stimuli wird das US-Defizit enorm in die Höhe schießen. Den Berechnungen des CBO zufolge wird das US-Defizit in 2020 bei 17,9 Prozent in Relation zum BIP liegen. Zwar hielten sich auch in der Eurozone (und dies schon lange vor der Corona-Pandemie) nur wenige Länder an das Maastricht-Kriterium (Schuldenstandquote soll nicht oberhalb von 60 Prozent des jeweiligen BIP eines Eurolandes liegen und das jeweilige Haushaltsdefizit darf nicht mehr als 3 Prozent des BIP eines Eurolandes betragen), doch die USA würden in Bezug auf diese Kriterien wohl alles bis dato Dagewesene sprengen. In 2021 geht das CBO für die USA von einem Defizit zum BIP von 9,8 Prozent aus. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man sich so nicht ansatzweise vorstellen, dass die USA jemals mal wieder einen Haushaltsüberschuss erzielen könnten, wie man ihn zuletzt in Zeiten von US-Präsident Bill Clinton in den Büchern sah. An der Wall Street gingen die drei führenden US-Indizes Dow Jones, NASDAQ100 und S&P500 abermals mit kräftigen Kursgewinnen aus dem Handel. Der NASDAQ100 schloss bei 9.901,52 Punkten – die 10.000-Punkte-Marke rückt immer näher. Der Dow Jones gab sich mit einem Schlussstand von +1,70 Prozent und 27.572,44 Zählern stark.

Am heutigen Dienstag wurde schon um 08:00 Uhr die deutsche Handels- und Leistungsbilanz für den Monat April publiziert. Die Pendants für Frankreich werden um 08:45 Uhr erwartet. Für die Eurozone steht um 11:00 Uhr das BIP für das erste Quartal 2020, sowie Angaben zur Beschäftigung im ersten Quartal 2020 zur Veröffentlichung an. Um 12:00 Uhr wird aus den USA das NFIB-Geschäftsklima für den Mai ausgewiesen. Um 16:00 Uhr werden zeitgleich die JOLTs-Daten mit den offenen Stellen im April, die Lagerbestände des Großhandels im April und das IBD/TIPP-Geschäftsklima für den Juni zur Bewertung anstehen. Nach dem US-Börsenschluss werden noch die wöchentlichen API-Rohöllagerbestandsdaten veröffentlicht. Von der Unternehmensseite werden Quartalsberichte unter andere von Brown Forman (US), HD Supply (US), Chewy (CN), Five Below (US) und Verint Systems (US) ausgewiesen.



Ausblick DAX

Die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte notierten am Dienstag noch mit gemischten Vorzeichen. Die US-Futures notierten kurz vor dem europäischen Handelsstart aber durchweg mit leichten Kursverlusten. Die ersten DAX-Indikationen lagen am Morgen bei 12.881 Punkten.

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Zur Charttechnik: Der Deutsche Aktienindex schloss am Montag via Xetra mit einem leichten Kursverlust von 0,22 Prozent bei 12.819,59 Punkten. Der DAX erreichte zum Wochenbeginn nochmals ein neues Verlaufshoch. Aus diesem Grund wäre ohne jede Veränderung auf den bisherigen Chartverlauf vom Rekordhoch des 17. Februar 2020 bei 13.795,24 Punkten bis zum Crash-Tief des 16. März 2020 bei 8.255,65 Punkten zurückzugreifen. Der nächstgelegene Widerstand läge aufgrund der noch offenstehenden Kurslücke bei 13.500,50 Punkten (obere Kurslückenkante der Kurslücke vom 21. Februar auf den 24. Februar 2020), der weitere Widerstand beim Rekordhoch von 13.795,24 Punkten. Die Unterstützungen kämen unverändert bei den Marken von 12.488/11.679/11.025 und 10.372 Punkten in Betracht. Die nächstgelegenen noch offenstehenden Kurslücken zur Unterseite wären jeweils bei den Marken von 12.558,24 Punkten, 12.055,57 Punkten und 11.729,98 Punkten (jeweils die untere Kurslückenkante) geschlossen.


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